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Selenskyj kritisiert Trump: „Nicht auf der falschen Seite“ – US-Hilfe | Politik

Selenskyj kritisiert Trump: „Nicht auf der falschen Seite“ – US-Hilfe | Politik
15 Ekim 2026 - 6:34

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London/Kiew – Ukraine-Präsident Wolodymir Selenskyj (48) lässt die Angriffe auf russische Öl-Raffinerien wieder aufnehmen. Zuvor hatte er US-Präsident Donald Trump und Technik-Milliardär Elon Musk vorgeworfen, Kiew den militärischen Zugang zur Satellitentechnologie von SpaceX zu verwehren. Die Spannungen zwischen Washington und Kiew dürften damit noch größer werden.

Gegenüber der „Financial Times“ sagte Selenskyi, er habe die Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur für drei Tage ausgesetzt, um einem von Trump am Sonntag angekündigten „Energie-Waffenstillstand“ zu entsprechen. Moskau habe jedoch weiter ukrainische Energieanlagen angegriffen – deshalb schlage man nun wieder zurück.

Dazu hatte der Ukraine-Präsident deutliche Kritik an Trump geübt: „Wenn Sie in der Mitte sind, müssen Sie in der Mitte bleiben, nicht auf der falschen Seite. Ich denke, Trumps Berater liegen falsch. Ich weiß nicht, wer ihn auf die falsche Seite drängt. Das ist nicht die richtige Seite der Geschichte“, erklärte Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch während seines England-Besuchs.

In einem Interview mit einem der einflussreichsten Journalisten Großbritanniens betonte Selenskyj außerdem, dass die Ukrainer ihr Land nicht verraten würden: „Wir verkaufen unser Land nicht. Seht her, Leute, es geht für uns nicht um Geschäfte. Es geht um unser Leben.“

Ein ranghoher Vertreter der ukrainischen Regierung hatte zuvor massive Anschuldigungen gegen die USA erhoben. Der Vorwurf: Fehlende Warnungen vor russischen Raketenangriffen und Probleme mit dem Satellitensystem „Starlink“ könnten Russland im Krieg gegen die Ukraine in die Hände spielen. „Es ist offensichtlich“, dass Russland „aus irgendeinem Grund“ geholfen werde, sagte der Regierungsvertreter in Kiew.

Briten-Premierminister Andy Burnham (56) empfing Selenskyj am Mittwoch vor der Downing Street Nr. 10 in Westminster

Foto: Jordan Pettitt/PA Wire/dpa

Kiew erhebt schwere Vorwürfe gegen USA

Der ukrainische Regierungsvertreter sagte weiter, die USA hätten die Ukraine bereits zweimal nicht über den Start russischer Raketen informiert, als der Energiesektor angegriffen worden sei. Sein nächster Vorwurf wiegt ebenfalls schwer: „Obendrein haben sie die Geschwindigkeit von Starlink gedrosselt.“ Auch Selenskyj beklagte jüngst, dass sein Land vor den nächtlichen Angriffen von den Verbündeten „wieder einmal“ nicht rechtzeitig gewarnt worden sei.

Sergij Beskrestnow, Technologieberater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, hatte zuvor erklärt, der Betrieb des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink sei in der Nacht zum Mittwoch erheblich eingeschränkt gewesen. Das habe ukrainische Angriffe scheitern lassen. Ein weiterer Regierungsvertreter warf den USA vor, die Störung spiele Russland in die Hände.

Mittlerweile kursieren Berichte, dass Starlink wieder uneingeschränkt funktioniere, was sich bisher noch nicht belegen lässt.

Warum Starlink für die Ukraine so wichtig ist

Das Satellitensystem wird vom Raumfahrtunternehmen „SpaceX“ des US-Milliardärs Elon Musk (55) betrieben. Für die ukrainische Armee ist es ein entscheidendes Kommunikationsmittel an der Front.

Nach Kritik der Ukraine verweist Musk darauf, dass das System Eigentum der US-Regierung sei und von ⁠dieser auch kontrolliert werde. Jegliche Beschränkungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung werde vom US-Militär und letztlich vom US-Präsidenten festgelegt, erklärt Musk.

Klar ist: Auch bei der Abwehr russischer Angriffe ist Kiew stark auf westliche Geheimdienstinformationen angewiesen – vor allem aus den USA. Medienberichten zufolge hatte Washington zeitweise damit gedroht, die Weitergabe solcher Informationen einzustellen.

Trump forderte Neuwahlen in der Ukraine: Selenskyj reagiert auf Trump-Attacken

Quelle: AP/ABC, X@WhiteHouse, @EricLDaugh

USA, Nato und EU widersprechen

Aus Washington kam jedoch ein Dementi: Ein US-Regierungsvertreter bestritt, dass sich die amerikanische Position beim Austausch von Geheimdienstinformationen mit der Ukraine verändert habe.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) erklärte, US-Präsident Donald Trump (80) habe zugesichert, dass dieser Austausch nicht gestoppt worden sei. Auch die EU sieht nach eigenen Angaben „keine Anzeichen“ für eine Einstellung der Informationsweitergabe. Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) sagte in Berlin, er erkenne keine „substanzielle Verringerung“ der US-Unterstützung für die Ukraine.

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