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Berlin – Es ist ein deutsches Traditionsunternehmen. Siemens wurde vor 178 Jahren in Berlin gegründet. Der Weltkonzern ist eine der Firmen, die für die Ingenieurskunst und Wirtschaftskraft unseres Landes stehen. Doch jetzt macht Siemens-Chef Roland Busch klar, dass er für die wirtschaftliche Lage in Deutschland rot sieht.
Gefragt, ob er Siemens noch mal in Deutschland gründen würde, erteilt der Chef des Traditionsunternehmens eine Absage: „Vermutlich in den USA.“
▶︎ Der bittere Grund: Siemens treibe die Digitalisierung voran. Aufgrund von vielen Gesetzen würde das in Europa „viel zu langsam“ gehen, mahnte Busch auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung in Berlin.
Sein Unternehmen investiere weiterhin „massiv“. Der Top-Manager warnt aber: „Es wird aber zunehmend schwieriger. Von zwei Milliarden Euro Kapitalinvestitionen seien in den vergangenen Jahren eine Milliarde Euro in Deutschland investiert worden.
Vor allem beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) dürften Regeln nicht ausbremsen. Von einer Milliarde KI-Investitionen bei Siemens werde „ein Löwenanteil in den USA investiert und teilweise auch in China“. Busch: „Weil ich die Geschwindigkeit brauche, mit der ich diese Technologien in den Markt bringe.“
[–>Trotzdem glaube er auch an die Wirtschaftskraft Deutschlands. „Wir sind bereit zu investieren […]. Wir haben aber auch klargemacht, dass das, was im Koalitionsvertrag steht, auch umgesetzt werden muss. Und zwar schnell umgesetzt werden muss“, so Busch.
In ihrem Koalitionsvertrag hat sich die schwarz-rote Regierung von Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) auf eine Reihe von wirtschaftsfreundlichen Reformen geeinigt. So sollen u. a. „mindestens 20 Prozent der Verwaltungsvorschriften des Bundes“ gestrichen werden, hieß es. Wann das passieren soll, ist aber vollkommen unklar.
Die Mahnung des Managers: „Die Welt wartet nicht auf uns!“ In Deutschland und Europa müsse sich „schnell etwas verändern“. Sonst werde es schwierig, Aktionären gegenüber zu argumentieren, warum er weiterhin in der Region investiere.
Industrie sieht Wettbewerbsfähigkeit auf Rekordtief
Mit seiner Einschätzung steht Busch nicht alleine da. Seit Jahren wird die Stimmung in deutschen Unternehmen immer schlechter.
▶︎ So schätzt die deutsche Industrie ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit so schlecht ein wie noch nie. Im Oktober berichteten 36,6 Prozent der befragten Unternehmen laut dem Münchner Ifo-Institut von einem Rückgang ihrer Konkurrenzfähigkeit gegenüber Ländern außerhalb der Europäischen Union. Bei der vorigen Umfrage im Juli lag der Anteil noch bei 24,7 Prozent.
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Apsny News


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