Sigmar Gabriel verteidigt Bundeskanzler Merz bei Maischberger | Politik

15.07.2025 - Salı 01:42

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Das war mal ganz ohne Parteibrille! Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel (65, SPD) hat Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) bei Sandra Maischberger (58) gegen Vorwürfe wegen der verpatzten Verfassungsrichterwahl in Schutz genommen.

Gabriel zum Vorwurf von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (69, SPD), die Koalition habe damit „sich selbst beschädigt“: „Also, dass das kein Meisterstück gewesen ist, aber weniger des Kanzlers, sondern des Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU Jens Spahn, das ist ja nicht zu bestreiten.“

Denn, so der einstige SPD-Chef (2009-2017): „Spahn hat offensichtlich sehr spät mitgekriegt, dass es in der CDU/CSU-Fraktion Widerstand gibt, und da waren aber die Messen schon gesungen. Da blieb nur noch so eine Vollbremsung übrig.“

Sigmar Gabriel im Gespräch mit Sandra Maischberger

Sigmar Gabriel im Gespräch mit Sandra Maischberger

Sigmar Gabriel weiter: „Dass man das dem Merz jetzt anhängt, finde ich unfair. Eigentlich müsste man die Frage stellen: Weiß der Spahn eigentlich, was in seiner Fraktion los ist?“

Auch die eigenen Genossen nahm Gabriel aufs Korn: „Gleichzeitig kann man die SPD natürlich auch fragen, ob sie in einer Koalition mit der CDU/CSU klug beraten war, jemanden vorzuschlagen, bei dem man mit ein bisschen Nachdenken schnell auf die Idee kommt, dass das die deutschen Kirchen auf den Plan rufen wird, und dass das eine ganz sensible Seite bei der Union ist.“

Gabriel: Koalitionspartner muss mitgedacht werden

Gabriel über die wachsende Kritik aus der Union an Äußerungen der SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf (54) zur Abtreibung: „Man muss als Koalitionspartner - deswegen hat das bei Merkel ganz gut funktioniert - den anderen mitdenken. Wenn man das nicht macht, dann überdehnt man oder auch verengt man die gemeinsamen Handelsspielräume.“

Seine Prognose: „Ich glaube, dass der erste Weg, der jetzt gegangen wird, richtig ist, zu sagen, jetzt redet doch mal mit der Kandidatin. Und wenn sie sich nicht einigen, dann wandert die Entscheidung in den Bundesrat.“

Mögliche Folge, so Gabriel: „Dann hat der Deutsche Bundestag sich selbst – bei uns im Harz würde man sagen: kastriert und muss dann zusehen, wie er damit klarkommt.“ Sein Urteil: „Es ist alles kein Desaster, und es ist auch nicht das Ende der Republik. Auch nicht das Ende der Koalition.“

Table.Briefings-Chefredakteur Michael Bröcker

Table.Briefings-Chefredakteur Michael Bröcker

Prognose von Table.Briefings-Chefredakteur Michael Bröcker (54): Spahn bleibe im Amt, „weil Friedrich Merz ein Loyalitätsfanatiker ist. Er hat selbst so oft Illoyalitäten erlebt, jetzt zeigt er mal, dass er loyal zu einem Parteipolitiker sein kann, der einen Fehler gemacht hat, und das rettet Jens Spahn.“

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