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Marschiert Leverkusen etwa erneut zum Titel?
Sky-Experte Didi Hamann (50) jedenfalls traut es dem Meister zu, den Titel zu verteidigen, sagte bei der Fußball-Saisoneröffnung des Pay-TV-Senders Sky in München : „Ich glaube, dass Leverkusen die Mannschaft ist, die über 34 Spieltage geschlagen werden muss. Sie haben die Liga in der vergangenen Saison pulverisiert. Bei den Bayern muss man abwarten, sie haben sich aber gut verstärkt. Für mich sind die Leverkusener wieder Favorit und werden gewinnen.“
Bayern sieht Hamann deutlich kritischer: „Sie werden von Tag 1 an zum Siegen verdammt sein! Sie müssen jetzt anfangen, Spiele zu gewinnen. Der Start wird unheimlich wichtig sein für Kompany. Bayern München zu können, da gehört mehr dazu. Da brauchst du eine gewisse Lockerheit und Souveränität. Ob er die nach drei Jahren als Trainer hat, weiß ich nicht. Alonso hat eine natürliche Ausstrahlung, aber Kompany ist ein anderer Typ. Man muss ihm eine Chance geben, die Spieler scheinen sehr zufrieden zu sein. Es sind aber sehr viele Unbekannte.“
Hamann glaubt auch, dass das Schicksal von Max Eberl (50) von Kompany abhängt: „Max Eberl wird sehr mittelbar verlinkt sein zum Erfolg von Vincent Kompany.“
Für Hamann ist es ein großer Fehler, de Ligt abzugeben, selbst wenn Tah noch aus Leverkusen kommen sollte: „Du brauchst hinten einen Leader, der die Abwehr führt. Das war de Ligt. Er war der stabilste Innenverteidiger in den letzten sechs, acht Monaten. Er ist einer, der spricht und der andere besser macht. Upamecano, Kim, Ito, das sind alles keine großen Sprecher. Und auch ein Tah ist keiner, der eine Abwehr führt oder leitet. Deswegen hat es mich gewundert. Ich hätte gesagt: De Ligt ist gesetzt.“
Hamann findet es ok, wenn Hoeneß sich einmischt
Dass Uli Hoeneß (72) sich zuletzt vermehrt einschaltete, kann Hamann verstehen: „Wenn du drei oder vier Trainer anfragst, und die sagen alle schon halb zu und dann doch ab. Dann hat er nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, etwas zu sagen. Der FC Bayern ist sein Kind. Er hat die Pflicht, da einzuschreiten und den Leuten zu sagen, dass es so nicht geht. Das hat es in der Vergangenheit nicht gegeben. Ich kann nicht mit Trainern nach vorne preschen, wenn ich nicht zu hundert Prozent sicher bin, dass die auch kommen. Der FC Bayern muss das aushalten, dass sich ein Uli Hoeneß mal vom Tegernsee meldet.“
Wie sieht Hamann den BVB? Der Sky-Experte: „Sie haben einen neuen Trainer, und Meister zu werden, ist nicht einfach. Die Leute, die sie geholt haben, das gefällt mir gut. Sie werden stabiler sein. Wenn die Alten weg sind, kann das auch mal, den anderen die Freiheit geben, Verantwortung zu übernehmen. Die Frage ist, ob Nuri Sahin nicht nur in der Lage ist, die Mannschaft zu trainieren, sondern auch den Verein zu führen. Da hängt ja mehr daran, auch, wie man mit Rückschlägen umgeht. Harte Entscheidungen zu treffen. Das ist alles neu für ihn. Das ist nicht einfach. Auf dem Papier aber gefällt mir das sehr gut.“
Probleme sieht Hamann vor allem auf drei Klubs zukommen: „Die Hoffenheimer werden Probleme bekommen, das wird sehr unruhig. Und bei Freiburg auch mit Julian Schuster. Nachfolger von Streich zu sein ist ähnlich schwierig wie Nachfolger von Klopp in Liverpool. Und in Gladbach glaube ich, dass es vom ersten Tag an eine Trainerdiskussion geben wird.“
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