Staßfurt: Energieminister startet Bau des größten Batteriespeichers | Politik

04.11.2025 - Salı 21:12

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Staßfurt – Ein Akku, größer als alles, was Deutschland bisher gesehen hat. Doch auch dieser Riese stößt schnell an seine Grenzen.

In Förderstedt bei Staßfurt (Sachsen-Anhalt) fiel am Dienstag der Startschuss für den Bau des größten Batteriespeichers in Deutschland. Energieminister Armin Willingmann (62, SPD) setzte den ersten Spatenstich und lobte das Projekt als entscheidenden Schritt für die Energiewende.

Die Zahlen klingen tatsächlich gewaltig: 300 Megawatt Leistung, über 716 Megawattstunden Speicherkapazität. Laut Betreiber ECO STOR reicht das, um eine halbe Million Haushalte zwei Stunden lang mit Strom zu versorgen.

Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Wilingmann (62, SPD, 3. v. l.) packte beim Spatenstich mit an

Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (62, SPD, 3. v. l.) packte beim Spatenstich mit an

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Sachsen-Anhalt hat rund eine Million Haushalte. Bei einem Fußballspiel im TV würde der Akku – bildlich gesprochen – nur bis zur Halbzeit reichen. Dann wird’s dunkel.

Der SPD-Minister bleibt trotzdem optimistisch: „Für eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung brauchen wir auch große Speicher.“

Denn das Stromnetz benötigt Entlastung. Gerade Wind- und Solarstrom kommen nicht immer dann, wenn Verbraucher sie brauchen. Speicher wie die Mega-Batterie können diesen Strom aufnehmen – und später gezielt abgeben.

Fünf Prozent Windstrom wurden abgeregelt

Ein Blick in die Statistik bestätigt: Allein im zweiten Quartal 2024 wurde in Sachsen-Anhalt fünf Prozent des Windstroms abgeregelt, weil das Netz voll war. Und trotzdem kassieren die Betreiber – über sogenannte Redispatch-Kosten.

„Ein wesentliches Ziel ist, dass Strom billiger wird“, sagt Willingmann. Großbatterien wie in Förderstedt helfen. Aber nur bei Engpässen von ein paar Stunden, nicht bei tagelangen Stromflauten.

Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnte deshalb bei einer Anhörung im Bundestag vor „weiterhin hohen Kosten von über 21,70 ct/kWh, sofern die Versorgungslücken ausschließlich mit Batteriespeichern gedeckt werden“.

Michael Sterner vom Nationalen Wasserstoffrat dämpfte im Parlarment ebenfalls allzugroße Erwartungen: „Kurzzeitspeicher können die Versorgung nur wenige Stunden absichern. Zur Absicherung der Dunkelflaute braucht es Langzeitspeicher.“

Bedeutet: Selbst Deutschlands größter Batteriespeicher ist alles andere als eine Wunderwaffe.

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