Trendwende bei Unterrichtsausfall: Sachsens Kultusminister will weniger Lehrer-Teilzeit | Politik

18.11.2025 - Salı 17:19

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Dresden – Trotz Dauer-Kritik der Lehrerverbände und lautem Klagen über Überlastung zieht Sachsens Kultusminister Conrad Clemens seinen harten Kurs durch – und wird offenbar belohnt. Erstmals seit zehn Jahren fällt im Freistaat weniger Unterricht aus.

„Die Trendwende ist da! Mehr Lehrkräfte, weniger Ausfall – und das bei steigenden Schülerzahlen“, sagte Clemens am Dienstag in Dresden.

Erfolg durch Konsequenz

Das Maßnahmenpaket, das Clemens’ Vorgänger Christian Piwarz (50, CDU) startete und er konsequent fortsetzte, wirkt: Abordnungen, gestraffte Deutschklassen für Zuwanderer, Wegfall der Abmilderungsstunden – alles Punkte, die Lehrerverbände monatelang scharf kritisiert hatten.

Jetzt zeigt sich: Es funktioniert!

Der planmäßige Unterrichtsausfall sank demnach (jeweils im Vergleich zum Vorjahr) im August von 3,6 auf 3,1 Prozent, im September von 3,7 auf 3,2 Prozent. Die größten Fortschritte gab es an den Oberschulen – von 8 auf 5,8 Prozent im August, von 7,8 auf 5,8 Prozent im September. „Unsere Schulen profitieren von den Abordnungen – auch wenn das im Einzelfall schwierig war“, so Clemens. „Wir werden diesen Weg weitergehen.“

Clemens will Teilzeitanspruch reduzieren

Laut Clemens ist allerdings die Zahl der sächsischen Lehrer, die Teilzeit arbeiten, zuletzt gestiegen – auf 35,9 Prozent (Vorjahr 35,3%). Als Gegenmaßnahme will der Minister den Teilzeitanspruch von Lehrern mit Kindern jetzt drastisch kürzen:

▶ „Ich halte viel vom bayerischen Vorschlag, den Anspruch von 18 auf 14 Jahre zu senken.“ Das hieße, Teilzeitanspruch hätten dann nur Lehrer bis zum 14. Lebensjahr ihrer Kinder und nicht wie bisher, bis diese 18 sind. Dafür muss allerdings das sächsische Beamtengesetz geändert werden.

Dass sich Clemens damit keine Freunde bei den Gewerkschaften macht, weiß der CDU-Mann. Der Sächsische Lehrerverband (SLV) wirft dem Minister denn auch „Schönfärberei“ vor: Die „Trendwende“ sei nur eine Umverteilung, weil Lehrer von Grundschulen an Oberschulen abgeordnet wurden, so SLV-Chef Michael Jung.

Das sind die Zahlen

An Sachsens Schulen wurden in diesem Jahr Lehrkräfte im Umfang von 1533,7 Vollzeitstellen eingestellt – mehr, als in Pension gingen. Seit zehn Jahren werden damit kontinuierlich mehr Lehrer gewonnen als verloren. Aktuell fehlen damit noch 1145, doch der Trend geht klar in die richtige Richtung.

Insgesamt lernen in Sachsens Schulen derzeit 440.414 Kinder und Jugendliche – rund 1276 mehr als im Vorjahr.

Grundschulen schrumpfen, Förderbedarf steigt

Während Gymnasien und Oberschulen wachsen, schrumpfen allerdings die Grundschulen. Zudem kommen jeden Monat 300 neue Schüler aus aller Welt, viele ohne Deutschkenntnisse.

Clemens: „Das ist jeden Monat eine kleine Oberschule, die wir ins System integrieren müssen – aber wir integrieren diese Kinder inzwischen besser.“

Und: Der Förderbedarf explodiert. Immer mehr Kinder in Sachsen brauchen zusätzliche Unterstützung: 7,2 Prozent aller Schüler gelten inzwischen als förderbedürftig – ein Plus von acht Prozent. „Wir haben viel zu wenige Sonderpädagogen“, so der Minister. „Das muss sich auch in der Ausbildung widerspiegeln.“

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