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Washington/Abuja (Nigeria) – Der US-Präsident hat Nigeria offen ein Ultimatum gestellt: Wenn die Regierung das Töten von Christen nicht stoppt, will Amerika eingreifen – notfalls mit Gewalt.
Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Donald Trump (79) am Samstag, islamistische Terrorgruppen verübten „schreckliche Gräueltaten“. Wenn die Regierung Nigerias nicht handele, werde die US-Regierung „unverzüglich alle Hilfsleistungen und Unterstützung für Nigeria einstellen und möglicherweise mit Waffengewalt in dieses mittlerweile in Ungnade gefallene Land einmarschieren“.
▶︎ „Ich weise das Kriegsministerium hiermit an, einen möglichen Einsatz vorzubereiten“, ergänzte der US-Präsident. „Wenn wir angreifen, wird es schnell, böse und süß sein – genau so, wie die terroristischen Verbrecher unsere geehrten Christen angreifen.“ An die nigerianische Regierung schrieb er: „Warnung: Die nigerianische Regierung sollte besser rasch handeln!“
Trump veröffentlichte den Beitrag einen Tag, nachdem seine Regierung Nigeria erneut auf die Liste der „besonders besorgniserregenden Länder“ gesetzt hatte, die nach US-Angaben die Religionsfreiheit verletzen. Schon während seiner ersten Amtszeit hatte er Nigeria auf diese Liste gesetzt.
Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) kommentierte den Beitrag mit: „Ja, Sir! Das Kriegsministerium bereitet sich auf Maßnahmen vor. Entweder die nigerianische Regierung schützt die Christen, oder wir töten die islamistischen Terroristen, die diese schrecklichen Gräueltaten begehen“, erklärte Hegseth.
Die nigerianische Regierung weist diese Anschuldigung zurück. Präsident Bola Ahmed Tinubu (73) schrieb am Samstag als Reaktion auf Trumps Post auf X: „Die Charakterisierung Nigerias als religiös intolerant spiegelt nicht unsere nationale Realität wider.“ Religionsfreiheit und Toleranz seien „ein Kernbestandteil unserer kollektiven Identität und werden es immer bleiben“.
Nigerias Präsident Bola Ahmed Tinubu (73)
Wie schlimm ist die Lage der Christen?
In Nigeria leben rund 233 Millionen Menschen. Laut World Religion Database sind etwa 46 Prozent von ihnen Christen, weitere 46 Prozent sind Muslime. Der südliche Teil Nigerias ist überwiegend christlich geprägt, während der Norden Nigerias überwiegend muslimisch sozialisiert ist.
Laut einem Bericht der NGO International Society for Civil Liberties and the Rule of Law wurden von Januar bis Mitte August 2025 7087 Christen getötet und weitere 7800 entführt. Das entspräche 32 getöteten Christen jeden Tag. Die Schätzungen gehen weit auseinander, je nach Quelle, Zeitraum und Methode.
In der südwestlich gelegenen Stadt Owo stürmten Terroristen 2022 eine Kirche – Dutzende Christen starben
Die meisten der Angriffe werden im Norden von Milizen wie Boko Haram, ihrer inzwischen mächtigeren Abspaltung „Islamischer Staat in der Provinz Westafrika“ oder von bewaffneten Kriminellen verübt.
▶︎ Bei einem Angriff mutmaßlich radikaler Fulani-Milizen auf die Gemeinde Yelewata im südnigerianischen Bundesstaat Benue sind im Juni nach Angaben der Stiftung für Gerechtigkeit, Entwicklung und Frieden im Bistum Makurdi bis zu 200 Menschen getötet worden. Der örtliche Pfarrer sprach gegenüber Kirche in Not von einem „grausamen Massaker“: „Menschen wurden niedergemetzelt. Überall lagen Leichen verstreut.“
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die Region: „In den nordöstlichen Landesteilen werden fortlaufend terroristische Gewaltakte, wie z. B. Angriffe und Sprengstoffanschläge von militanten Gruppen auf die Zivilgesellschaft, Sicherheitskräfte, Märkte, Schulen, Kirchen und Moscheen verübt.“
Der Aufstieg der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram verschärfte die Gewalt im Land dramatisch. Wie der „Guardian“ und die „New York Times“ berichten, greifen die Extremisten jedoch nicht nur Christen an, sondern auch Muslime, die sie als „nicht gläubig genug“ betrachten.
Ein Bericht der Beobachtungsstelle für Religionsfreiheit in Afrika, dokumentiert von Oktober 2019 bis September 2023 55.910 Tote bei 9970 tödlichen Angriffen. Unter den Opfern seien 16.769 Christen, 6235 Muslime und 154 Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen gewesen.
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Apsny News


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