Truppenbesuch in Vilnius: Merz motiviert Soldaten | Politik

22.05.2025 - Perşembe 16:39

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Er kam zum Mut machen, Stärke demonstrieren, Flagge zeigen in schwierigen Zeiten: Friedrich Merz (CDU) auf Truppenbesuch in Vilnius (Litauen).

Der Bundeskanzler war gemeinsam mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gekommen, um beim Aufstellungsappell für die deutsche Panzerbrigade 45 dabei zu sein, die die gesamte Nato-Ostflanke vor einem möglichen russischen Angriff sichern soll. Die Brigade soll bis 2027 auf rund 5000 Bundeswehrsoldaten anwachsen. Zum Start sind es immerhin 1300.

„Wer die Nato herausfordert, muss wissen, dass wir bereit sind“

Friedrich Merz sagte in seiner Rede: „Litauen hat um Unterstützung gebeten – und Deutschland steht bereit. Nicht nur mit Worten, sondern mit Soldatinnen und Soldaten, mit Großgerät, mit Infrastruktur, mit langfristiger Verlässlichkeit und mit einem Versprechen: Wer die Nato herausfordert, muss wissen, dass wir bereit sind. Wer einen Verbündeten bedroht, muss wissen, dass das gesamte Bündnis jeden Zentimeter Nato-Territorium gemeinsam verteidigen wird.“

Unter Regenschirmen: Kanzler Friedrich Merz (69, CDU) mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD, 2.v.l.), und Dovile Sakaliene, Verteidigungsministerin von Litauen, bei Soldaten der Panzerbrigade 45

Unter Regenschirmen: Kanzler Friedrich Merz mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD, 2.v.l.), und Dovile Sakaliene, Verteidigungsministerin von Litauen, bei Soldaten der Panzerbrigade 45

Foto: Michael Kappeler/dpa

Der Kanzler unmissverständlich: „Wir müssen alles tun, um uns selbst zu verteidigen – damit wir es nie müssen. Das ist der Grundsatz unseres Handelns. Glaubwürdige Abschreckung – dafür steht diese Brigade.“

Merz und Pistorius beim Fahnenappell

Merz und Pistorius beim Fahnenappell

Foto: AP

„Wir sind uns des Ernstes der Lage bewusst“

Die baltischen Staaten hätten schon vor langer Zeit verstanden, dass es Freiheit nicht „umsonst“ gebe. Da hätten sich in Deutschland manche noch „Illusionen“ über Putins Regime gemacht. „Ich versichere Ihnen: Diese Zeit ist vorbei. Wir sind uns des Ernstes der Lage bewusst“, sagte der Kanzler. Heißt: auch der Gefahr eines russischen Überfalls auf einen Nato-Staat wie Litauen.

Die Bundeswehr-Soldaten beim feierlichen Aufstellungsappell

Die Soldaten der Bundeswehr beim feierlichen Aufstellungsappell

Foto: Ints Kalnins/REUTERS

Die große Frage bleibt, ob die Nato unter einem US-Präsidenten Donald Trump (78) noch robust genug wäre, um einem russischen Angriff standzuhalten. Mit seiner Russland-Wende (Trump will sich offenbar aus den Bemühungen um einen Waffenstillstand in der Ukraine herausnehmen) hat er eine Schockwelle durch Europa geschickt.

Merz versuchte nicht, diesen Schock zu kaschieren oder mit Wortgirlanden zuzukleistern. Seine Rede war vor allem eines: Klartext, der auch im Kreml verstanden werden soll. Und: eine große Anerkennung für die deutschen Soldaten vor Ort.

BILD traf deutsche Panzersoldaten der Nato Battlegroup: Stabs-Gefreiter Justin (25), Oberstabsgefreite Storm (27) und Hauptgefreiter Justin (20)

BILD traf deutsche Panzersoldaten der Nato-Battlegroup (v.l.): Stabsgefreiter Justin (20), Frau Stabsgefreiter Storm (27) und Stabsgefreiter Justin (25)

Foto: Burkhard Uhlenbroich

Soldat Steven: „Wir wissen, warum wir hier sind“

BILD sprach mit dem Oberstabsgefreiten Adam aus Kiel, der schon seinen dritten Einsatz in Litauen hat: „Es freut mich, dass der Kanzler zu uns gekommen ist. Es ist eine Bestätigung unseres Einsatzes. Die Bevölkerung in Litauen freut sich immer, uns zu sehen.“

Sein Kamerad, der Obergefreite Steven, sagte: „Die Menschen sind alle sehr freundlich zu uns. Wir wissen, warum wir hier sind – und dafür wurden wir ausgebildet.“

Teaser-Bild

Foto: AP

Patrick Sensburg, Chef des Reservisten-Verbandes, zu BILD: „Eine Brigade aufzustellen, war genau die richtige Entscheidung. Die Bundeswehr wird hiervon unter vielen Gewichtspunkten profitieren. Wenn die Brigade steht, muss sie aber auch voll ausgestattet sein, mit allen Waffen, Waffensystemen und ausreichend Munition für den Auftrag und zur Übung und Ausbildung. Sie kann damit zum Maßstab für alle Verbände und Einheiten der Bundeswehr werden.“

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