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Joachim Wenning (59), Chef des Rückversicherers Munich Re, fordert ein radikales Umdenken am Arbeitsmarkt in Deutschland. Im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ rechnet der Versicherungschef mit der Arbeitsmoral in Deutschland ab.
Sein Befund: „Wir müssen wieder mehr arbeiten und leisten“. Dafür schlägt er einen ganzen Katalog an Maßnahmen vor. Seine Forderungen haben es in sich:
▶ gesetzliche Höchstarbeitsdauer von zehn Stunden pro Tag streichen
▶ späteres Renteneintrittsalter
▶ Abschaffung von Arbeitsteilzeit
▶ Lockerung des Kündigungsschutzes
Auch den Feiertagen will der Versicherungsboss an den Kragen: „Warum werden nicht einfach ein paar gesetzliche Feiertage gestrichen? Es gibt keinen Grund, warum Bayern deutlich mehr Feiertage als Hamburg oder Deutschland als viele andere Länder benötigt.“
„Warum können Deutsche nicht später in Rente gehen?“
Wenning kritisiert auch die bestehenden Anreize für Altersteilzeit und fordert deren Reduzierung. „Heute gehen viele von uns eher mit 60 als erst mit 67 in den Ruhestand, oft mit Altersteilzeitregelungen“, so Wenning zur „Süddeutschen Zeitung“.
Selbst das aktuelle Renteneintrittsalter hält er für zu niedrig: „Und warum können Deutsche nicht später in Rente gehen? Sie leben doch auch länger.“
[–>Ein Dorn im Auge ist Wenning auch der deutsche Kündigungsschutz: „Wofür brauchen wir eigentlich bei nicht vorhandener Arbeitslosigkeit noch den Kündigungsschutz von vor 50 Jahren?“ So würde der bestehende Kündigungsschutz nach seiner Ansicht die Unternehmen dazu zwingen, mit Mitarbeitern weiterarbeiten zu müssen, mit denen das Unternehmen nicht mehr zusammen arbeiten will.
Dass seine Vorschläge nicht auf besonders viel Gegenliebe stoßen, ist dem Versicherungschef bewusst: „Mehr arbeiten kommt nie gut an.“ Aber: Seine Maßnahmen seien ein Beitrag zur Lösung des aktuellen wirtschaftlichen Abschwungs und würden Anreize zur Arbeit bieten.
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Apsny News


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