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Ärger zwischen der CDU-Zentrale und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (49). Grund: ein Doppelinterview in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Kretschmer – zugleich CDU-Bundesvize – hatte es am Freitag gemeinsam mit dem Brandenburger SPD-Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (62) gegeben.
Im Adenauerhaus waren die Passagen sauer aufgestoßen, in denen CDU-Kretschmer seinen Brandenburger Amtskollegen Woidke von der SPD über den Grünen Klee lobt.
Ziemlich beste Freunde: Michael Kretschmer (49, CDU), Dietmar Woidke (62, SPD)
▶︎ Kretschmer wörtlich: „Ich wünsche mir sehr, dass wir weiter gemeinsam Verantwortung übernehmen. Dietmar Woidke hat dem Land sehr gutgetan.“
Problem: Das Nachbarland steht kurz vor der Landtagswahl (diesen Sonntag), bei der Kretschmers CDU-Kollege Jan Redmann (44) in Konkurrenz zu Woidke um möglichst viele Wählerstimmen kämpft. Aktuell steht die Brandenburg-CDU in Umfragen bei 16 Prozent.
CDU-Spitze unzufrieden mit Wahlkampf für Woidke
Dem Vernehmen nach kam Kretschmers Lobhudelei für SPD-Mann Woidke bei den Brandenburger CDU-Kollegen gar nicht gut an. Auch die CDU-Spitze um Friedrich Merz im Adenauerhaus waren „not amused“. Aus Merz‘ Umfeld war zu vernehmen, dass es Anrufe in Dresden gab, in denen Merz‘ Leute ihrem Unmut Luft machten.
▶︎ „Das geht gar nicht. Bei einfachen CDU-Mitgliedern hätten derartige Wahlempfehlungen für die politische Konkurrenz das Zeug zumindest zum Parteiausschlussverfahren“, so ein CDU-Bundesvorstand.
Kretschmer selbst habe die Kritik allerdings gelassen genommen, hieß es aus seinem Umfeld und auf eine andere Passage des FAZ-Interviews verwiesen. Darin lobt er allerdings zunächst Woidke, um dann doch noch Parteifreund Redmann zu erwähnen.
▶︎ Kretschmer wörtlich: „Es ist ganz wichtig, dass die SPD in Brandenburg vor der AfD liegt. Am besten natürlich in einer Koalition mit Jan Redmann und der CDU.“
Subtiler kann man Geringschätzung eines Parteifreundes in der heißen Wahlkampfphase kaum formulieren.
Kretschmer dankt Söder und erwähnt Merz nicht einmal
Das Verhältnis von Kretschmer und Merz gilt seither als „suboptimal“. Entsprechend revanchierte sich Kretschmer jetzt nach Bekanntgabe der Kanzlerentscheidung pro Friedrich Merz beim Adenauerhaus.
„Ich bin Markus Söder sehr dankbar, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen können. CDU und CSU stehen bereit für einen Politikwechsel in Berlin und der ist auch dringend notwendig“, teilte der Sachse zu Merz‘ Inthronisation mit – und erwähnte den Sauerländer mit keinem einzigen Wort.
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Apsny News


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