Wegen entführter Kinder: Papst liest Putin die Leviten | Politik

11.05.2025 - Pazar 12:47

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„Nie wieder Krieg!“

Der neue Papst Leo XIV. (69) hat sein erstes Sonntagsgebet auf dem Petersplatz für einen Friedensappell für die gesamte Welt genutzt. Und wurde von mehr als 100.000 Menschen mit großem Applaus und „Leone, Leone“-Sprechchören (der italienische Name des neuen Bischofs von Rom) dafür gefeiert.

Der neue Pontifex erinnerte an das Ende des Zweiten Weltkriegs mit 60 Millionen Todesopfern vor 80 Jahren. Deshalb wolle er sich wie sein Vorgänger Franziskus (†88) „an die Großen der Welt wenden – mit einem immer aktuellen Appell: nie wieder Krieg!“

Namentlich nannte er die Angesprochenen nicht. Hintergrund: Franziskus hatte mehrfach vor einem „Dritten Weltkrieg in Stücken“ gewarnt.

Auf den Petersplatz passten wegen einer eines großen Festzugs von Kapellen weniger Menschen als sonst, doch auf den Straßen dahinter stauten sich mindestens 50.000 weitere Gläubige

Auf den Petersplatz passten wegen eines großen Festzugs von Kapellen weniger Menschen als sonst, doch auf den Straßen dahinter stauten sich mindestens 50.000 weitere Gläubige

Foto: Stefano Laura/BILD

Leo XIV. leidet mit ukrainischer Bevölkerung

Als Erstes mahnte der Papst ein Ende des Blutvergießens in der Ukraine an. „Ich trage die Leiden des geliebten ukrainischen Volkes in meinem Herzen“, sagte er. „Lasst uns alles tun, um so bald wie möglich einen echten, gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen.“

Explizit forderte er die Freilassung der Kriegsgefangenen und dass die von Russland entführten Kinder unverzüglich zurückgebracht werden müssten, sobald die Waffen schweigen. Der Vatikan hatte in diesem Bereich mehrfach zu vermitteln versucht, war allerdings im Kreml auf Granit gestoßen.

Dann forderte Leo XIV. einen sofortigen Waffenstillstand im Gaza-Krieg sowie die Freilassung der israelischen Geiseln von den Hamas-Terroristen an. Zuletzt begrüßte er den Waffenstillstand zwischen Indien und Pakistan.

Der neue Papst Leo XIV. am Sonntag auf dem Weg Petersdom

Der neue Papst Leo XIV. am Sonntag auf dem Weg zum Petersdom

Foto: Stefano Laura/BILD

Groß war der Jubel, als der Papst am Ende von Mariengesang („Regina Caeli“, „Königin des Himmels“) und Ansprache allen Müttern zum Muttertag gratulierte. Am Vortag hatte Leo XIV. ein Marien-Heiligtum besucht, zur Überraschung der Beobachter in einem schwarzen VW. Am Sonntagmorgen feierte er eine Messe in den Vatikanischen Grotten tief unter dem Petersdom, in der Nähe des Grabs des Apostels Petrus.

Die große feierliche Messe zur Amtseinführung ist für Sonntag nächster Woche geplant, wieder auf dem Petersplatz. Dazu werden erneut Staatsgäste aus aller Welt in Rom erwartet.

Montagvormittag will sich Leo XIV. bei den Medien für ihre weltweite Berichterstattung über das Konklave bedanken.

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