Wegen Klimawandel: Bundesland kauft „mobilen Deich“ | Politik

22.08.2024 - Perşembe 19:59

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Durch die Ostsee-Sturmflut wurde Schleswig-Holstein im Herbst 2023 schwer getroffen – 200 Mio. Euro Schaden. Der Hauptgrund, warum sich Ministerpräsident Daniel Günther (51, CDU) auf seiner Sommerreise hauptsächlich diesem Thema widmet und sich informiert.

Doch die Landesregierung guckt nicht nur, sondern hat bereits Taten folgen lassen. Als 1. Bundesland wird im Norden jetzt ein sogenannter „mobiler Deich“ angeschafft! Auch eine Antwort auf den Klimawandel, der den Meeresspiegel künftig deutlich ansteigen lässt.

Das Teil, das aussieht wie der Rand eines Schlauchbootes, kann an jedem Ort im Land von nur vier Personen aufgebaut werden.

MP Daniel Günther (l.) lässt sich von Erfinder Walter Wagenhuber das System Mobildeich erklären

MP Daniel Günther (l.) lässt sich von Erfinder Walter Wagenhuber das System Mobildeich erklären

Foto: Daniel Peters

Rund 500 Meter Mobildeich, der zunächst in Boostedt gelagert werden soll, hat Schleswig-Holstein für eine halbe Mio. Euro bestellt. Noch dieses Jahr soll geliefert werden, der Hochwasserschutz besteht aus 15 Segmenten, die auch einzeln aufgebaut werden können.

Wie funktioniert das System?

Zwei Schläuche, die aus PVC-beschichtetem Polyester-Gewebe und einer Dichtungsplane bestehen, sind aufgerollt befestigt und können mit Hilfe eines Handwagens vor einem Gebiet abgerollt werden, das von der Flut bedroht wird. Das Grundmaterial wird auch als LKW-Plane benutzt, ist hier nur deutlich fester!

Über eine Tauchpumpe füllt sich das System selbst mit Wasser. Eine Standard-Variante ist rund einen Meter hoch – es geht jedoch auch deutlich höher

MP Daniel Günther (l.) und Dr. Walter Wagenhuber rollen einen mobilen Deich zum Test aus

Günther (l.) und Wagenhuber rollen einen mobilen Deich zum Test aus

Foto: Daniel Peters

Ein Kern-Vorteil des mobilen Deichs: Es sind nicht mehr hunderte von Menschen nötig, die zum Hochwasser-Schutz tagelang Sandsäcke füllen.

Mobildeich-Erfinder Dr. Walter Wagenhuber erklärt: „Für 100 Meter Schutz benötigt man 350 Helfer, die in elf Bussen anreisten und 14 000 Sandsäcke füllen müssten. Zum Transport für den Sand wären 47 Lkw nötig, ein großes logistisches Problem.“

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