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Es war eine bizarre Situation: Mit grauer Perücke und unter falschem Namen wollte sich ein AfD-Politiker in die neue Partei von Sahra Wagenknecht (55) einschleichen. Zufällig hielt ein ZDF-Kamerateam den Vorgang für eine Reportage fest, der Trickser flog auf!
Das ist passiert: Am 11. Dezember 2023 traf sich AfD-Mann Olaf Kappelt mit Perücke und dem falschen Vornamen „Hans“ in einem Berliner Hotel zum Gespräch mit einer Vertreterin des „Bündnisses Sahra Wagenknecht“ (BSW). Die neue Partei (damals noch ein Verein) nimmt nur wenige Mitglieder auf, schaut sich jeden Bewerber ganz genau an, um „Spinner“ und „AfD-Leute“ von sich fernzuhalten. Und bekam es prompt mit „Hans Kappelt“ zu tun!
An seiner markanten Zahnlücke wurde Olaf Kappelt trotz Tarnung als AfD-Politiker aus Bremen erkannt
Der getarnte AfD-Mann behauptete im Gespräch mit Sabine Zimmermann, der damaligen BSW-Landeskoordinatorin für Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, er sei noch nie zuvor in einer Partei aktiv gewesen, habe zuletzt Immobiliendarlehen vermittelt und komme aus Schwerin. Alles, was er von Sahra Wagenknecht lese und höre, könne er unterschreiben. Für Zimmermann hatte er sogar eigens eine Flasche Weißwein dabei.
Der irre Zufall: Für eine Reportage über das BSW filmte das ZDF das Vorstellungsgespräch, bekam vom falschen „Hans Kappelt“ hinterher sogar noch ein Interview. Er sei nie in einer Partei gewesen, „aber immer politisch interessiert“. Er sei bereit, beim BSW mitzumachen, „freue sich da auch drauf, was Neues noch mal aufzubauen“.
Zahnlücke überführte den Hochstapler
Doch der Schwindel flog auf: In einer WhatsApp-Gruppe, in der Sabine Zimmermann frühe Unterstützer miteinander verknüpft, erkannte jemand am Profilfoto, dass „Hans Kappelt“ mit der äußerst auffälligen Zahnlücke Olaf Kappelt von der AfD sein muss. Laut ZDF konfrontierte Zimmermann Kappelt am Telefon, der habe versucht sich herauszureden. Für die BSW-Vertreterin sei das Gespräch damit beendet gewesen.
Kappelt ist bis heute Mitglied bei der AfD, wie die Partei dem ZDF bestätigte. Noch bei der Bundestagswahl 2021 war er Spitzenkandidat in Bremen. Laut t-online ist der AfD-Mann sogar in der eigenen Partei berüchtigt, sei einem Kollegen zufolge „total irre“. Er sei demnach zunächst in Brandenburg aktiv gewesen, habe seinen Sitz in einem Kreistag aber wieder verloren, als sich herausstellte, dass er Falschangaben zum Wohnsitz gemacht hatte.
Sabine Zimmermann, heutige Vorsitzende des BSW Sachsen, sagte dem ZDF: „Da sieht man, wie wichtig es ist, dass wir uns die Leute genau anschauen, mit denen wir zusammenarbeiten.“
Unklar bleibt, ob Kappelt nur auf einen Posten beim BSW aus war oder im Auftrag handelte. Auf Nachfragen des ZDF reagiert er nicht. Die AfD-Chefin Alice Weidel sagte dem Sender, sie kenne den Vorgang nicht, das Innenleben des BSW interessiere sie überhaupt nicht.
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Apsny News


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