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Hasst Alice Weidel: Ex-AfD-Abgeordneter ekelt sich vor eigener Partei | Politik

Hasst Alice Weidel: Ex-AfD-Abgeordneter ekelt sich vor eigener Partei | Politik
Okundu
02 Nisan 2024 - 7:41

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Ein Austritt mit lautem Knall! Der bisherige AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz (56) ist aus der Partei ausgetreten. Er begründet seinen Schritt aber nicht mit dem Rechtsruck, sondern einer zunehmenden Günstlingswirtschaft und Skandalen in der Partei, die sie kaum noch von den „Altparteien“ unterscheiden würden.

Ausschlaggebend für Seitz war der Sonderparteitag der AfD in Baden-Württemberg Ende Februar. Bereits während des Parteitags habe er das dringende Bedürfnis gehabt, sofort aus der Partei auszutreten, habe dies aber über Wochen zurückgestellt. „Aber das vorherrschende Gefühl ist immer noch das des puren Ekels vor meiner eigenen Partei, für die ich seit 10 Jahren den Kopf hinhalte“, schreibt Seitz in einer persönlichen Erklärung.

Der Parteitag in Rottweil war von Chaos und Tumult geprägt. Im Landesverband tobt ein Machtkampf zweier Lager. Am Ende setzten sich die Kandidaten von Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel (45) durch. Seitz spricht in seiner Erklärung von einem „Putsch der Vorsitzenden“, der Mehrheit sei es nur darum gegangen, „ihren Idolen zu huldigen“.

Alice Weidel am Mikrofon auf dem Skandal-Parteitag ihres Landesverbands Baden-Württemberg

Alice Weidel am Mikrofon auf dem Skandal-Parteitag ihres Landesverbands Baden-Württemberg

Foto: Sascha Baumann / all4foto.de

Seit dem Tag, schreibt Seitz, habe er „den Glauben verloren, dass die AfD in der Lage ist, irgendeinen substanziellen Beitrag zur Rettung Deutschlands zu liefern.“ Ein Video, auf dem er seinen Austritt erläutert, ist überschrieben mit: „Weidel-Clan schlimmer als Habeck-Clan?“.

Seitz wurde dem völkischen Lager der AfD zugerechnet, liebäugelte mit der Wiedereinführung der Todesstrafe, nannte den früheren US-Präsidenten Barack Obama (63) einen „Quotenneger“, den Propheten Mohammed einen „sadistischen Blutsäufer und Kinderschänder“.

Der frühere Staatsanwalt und Richter bleibt als fraktionsloser Abgeordneter im Bundestag und macht kein Geheimnis daraus, dass er beruflich in eine ungewisse Zukunft blickt. „Aus dem Justizdienst bin ich entlassen worden und dies bedingt zugleich ein Berufsverbot als Anwalt bis Mitte 2029. Die beruflichen Aussichten sind also erst einmal ungewiss.“

Seitz: „Ich habe aber mein altes Leben nicht im Rauch aufgehen lassen, um Teil einer Partei zu sein, die nicht elementar sauberer ist als die Altparteien.“

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