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Provokation um jeden Preis? Jette Nietzard, Bundessprecherin der Nachwuchs-Organisation „Grüne Jugend“, sorgt erneut mit geschmacklosen Äußerungen für Aufruhr. Nun distanziert sich die Partei von ihr.
► Worum geht’s? Während die Bundestagsfraktion der Grünen einen Gesetzentwurf („Faire-Mieten-Gesetz“) ins Parlament einbrachte, um Mieter vor Abzocke zu schützen, rief Nietzard, die gemeinsam mit Jakob Blasel (24) den Parteinachwuchs vertritt, zur Diskussion über ihr Outfit auf.
„Was findet Julia Klöckner (Bundestagspräsidentin, d. Red.) schlimmer?“, fragte Nietzard am Freitag auf dem Weg in den Reichstag und ließ ihre Follower zwischen ihrem Pullover und ihrer Kappe (mit einem kapitalismuskritischen Spruch) wählen. Auf dem Pullover stand das Akronym „acab“ – „All Cops are Bastards“ (dt. Alle Polizisten sind Mistkerle) – ein Ausspruch, der Polizisten diffamiert und unter Generalverdacht stellt. Linksextremisten rechtfertigen damit Gewalt gegen Polizeibeamte.
Polizei-Gewerkschafter toben, werfen Nietzard „Polizei-Hass“ und Linksradikalismus vor.
Nietzard legte nach ihrem Ursprungs-Post sogar noch nach – und erklärte, sie „spalte gern die Gesellschaft“.
Die Reaktionen folgen prompt
▶︎ Ein Sprecher des Bundesvorstands der Grünen über Nietzards Aussagen: „Offensichtlich hat das nichts mit grüner Politik zu tun, unser Programm ist ja bekannt.“ Und Marcel Emmerich (34), innenpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, sagte dem RND: „Solche provokanten Einzeläußerungen spiegeln nicht die Position unserer Fraktion und der Partei wider“.
Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (49, Grüne) spricht in BILD Klartext: „Alle müssen sich an die Regeln (des Bundestags, d. Red.) halten. Und eine pauschale Beleidigung unserer Polizei, die täglich für unsere aller Sicherheit arbeitet, ist sicher kein Teil der Regeln, sondern einfach nur empörend.“
Andere Grüne erklärten auf X, sich für Nietzards Aussage zu schämen.
▶︎ Volker Beck (64), zugleich Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, schäumt, das Akronym sei zwar „womöglich von der Meinungsfreiheit gedeckt“ – stellt dann aber klar: A.C.A.B. „ist ein Ausdruck gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gegen Polizist:innen“ und „für demokratische Poliker:innen inakzeptabel“.
Neben Polizei-Bashing gab’s auch Kapitalismuskritik. Auf der Kappe steht „Eat the rich“ (dt. Friss die Reichen): eine linke Kampfansage an die Wirtschaft und Reiche
▶︎ Armin Bohnert, Leiter der Kriminalpolizeidirektion Freiburg und Mitglied bei „Polizei Grün“ kritisiert Nietzard für „billige Symbolik“: „Was du gerade ablieferst, kann nicht unwidersprochen bleiben.“ Man müsse „sich durch ACAB nicht beleidigt fühlen“, findet er, und macht zugleich klar, „dass solche Posts nicht als wertschätzend empfunden werden, dürfte sogar dir einleuchten“.
▶︎ Rebecca Harms (68), Ex-Europapolitikerin der Umweltpartei, wirft Nietzard „dummes und oberflächliches Geschwätz“ vor.
Ein Sprecher der Grünen Jugend reagierte zunächst nicht auf eine BILD-Anfrage. Und Nietzard? Die sieht bislang von einer Entschuldigung ab und besuchte am Sonntagnachmittag ein Kreisliga-Fußballspiel.
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Apsny News


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