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Kassel – Im Reinhardswald, durch den der Prinz zum schlafenden Dornröschen geritten sein soll, türmen sich Sand- und Schotterberge. Der größte geschlossene Wald Hessens, auf den Rapunzel von ihrem Turm blickte, wird bald von 244 Metern hohen Windrädern überragt.
Märchenhaft ist im deutschen Märchenwald in Nordhessen nichts mehr – wie bestürzende Bilder von Anwohnern zeigen.
Noch heile Welt: Das Dornröschenschloss Sababurg im Reinhardswald, auf dem der Legende nach das Märchen mit der 100 Jahre schlafenden Prinzessin ihren Ursprung hat
Maschinen schaffen Bäume weg, Bagger planieren, Betonmaschinen gießen riesige Fundamente. Der Märchenwald der Brüder Grimm wird geopfert – für den Energie-Hunger von Wärmepumpen und KI-Rechenzentren.
Mittelgebirgs-Struktur wird für Bauflächen eingeebnet
Jedes Rotorblatt der 18 Windräder ist mit 75 Metern so lang wie ein Airbus A380. Die romantisch geschwungenen Landschaften, die die hessischen Märchensammler Jacob (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859) begeistert haben, wird zum Wind-Industriegebiet.
Der Reinhardswald ist der größte geschlossene Wald Hessens. Jetzt mittendrin: Braune Bauflächen, breite Zufahrtsstraßen
▶ Die Anwohner in den umliegenden Gemeinden erkennen den
▶ Denn die Mittelgebirgs-Struktur des Reinhardswalds mit seinen unzähligen Gefällen, Steigungen, Senken und Erhebungen hat keine ebenen Flächen für autobahnbreite Schwerlasttrassen und gigantisch große Baufeldflächen. Heißt: Nicht nur die Bäume sind weg, auch die Struktur der Landschaft muss massiv verändert werden.
Die ersten Windrad-Fundamente stehen im Märchenwald
Penner weiter zu BILD: „Zum Niveauausgleich wurden Strecken mit sicher bis zu 5 Meter hoch aufgeschotterten Dämmen für die neue Schwerlasttrasse angelegt. An anderen Stellen wurden bis zu fünf Meter tiefe Abgrabungen für die Trasse und riesige Kranstellflächen vorgenommen.“
▶ Sieben Bürgermeister rund um den Reinhardswald sind gegen die Windräder, Hunderte Anwohner haben sich in Bündnissen zusammengetan. Doch ihr Kampf wirkt wie der ebenso märchenhafte Kampf gegen die Windmühlen – erfolglos. Die Windrad-Flächen kommen auf Waldflächen, die dem Land Hessen gehören. Damit kann es keinen Bürgerentscheid geben.
Zu Eilanträgen der Kommunen gegen den Windradbau, die bis ins Jahr 2022 zurückreichen, gibt es immer noch keine gerichtliche Entscheidung. Dafür läuft der Bau im Eiltempo: 140.000 Tonnen Schotter sollen laut Penner bereits aufgeschüttet worden sein, die ersten Windrad-Fundamente stehen.
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Apsny News


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