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Kiew – Zwei Bilder von Wolodymyr Selenskyj: Sie ähneln sich und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein.
Als der ukrainische Präsident Selenskyj am Morgen des 26. Februar 2022 eine Video-Ansprache an sein Volk richtet, strahlt er Zuversicht aus – den Willen, sein Land zu verteidigen. Russland hatte die gesamte Ukraine nur zwei Tage vorher überfallen. Erstes Ziel der Invasoren: die Hauptstadt Kiew.
Doch Selenskyj – zu dem Zeitpunkt keine drei Jahre im Amt – floh nicht ins Ausland, wie Kremlchef Wladimir Putin (73) offenkundig erwartet hatte. Selenskyj blieb. In seiner Rede an die Ukrainer versprach der Präsident: „Wir werden die Waffen nicht niederlegen, wir werden unseren Staat verteidigen.“ Es war der Grundstein für den mutigen Kampf der Ukrainer um Souveränität und Freiheit.
[–>Als Selenskyj jetzt wieder auf den Straßen von Kiew eine Ansprache aufzeichnet, ist seine Botschaft düster: „Dies ist einer der schwierigsten Momente unserer Geschichte. Der Druck auf die Ukraine ist derzeit so groß wie nie zuvor.“
Hintergrund ist der 28-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump (79), der Frieden bringen soll, aber weitgehend russische Forderungen erfüllt.
Trumps Plan setzt Selenskyj unter massiven Druck
Selenskyj erklärt das Dilemma der Ukraine: „Entweder die Würde verlieren oder das Risiko eingehen, den Schlüsselpartner zu verlieren. Entweder die schwierigen 28 Punkte oder ein äußerst schwerer Winter.“ Sprich: eine Lose-lose-Situation für die Ukraine!
Der ukrainische Präsident steht nach fast vier Jahren Krieg vor den vielleicht schwersten Tagen seiner Amtszeit. Schlägt er das Angebot von Trump aus, drohen amerikanische Waffen und Geheimdienstinformationen auszubleiben. Stimmt er zu, müsste er Gebiete abtreten, seine Armee verkleinern, vollständige Sicherheitsgarantien und eine Nato-Perspektive abschreiben.
Selenskyj und First Lady Olena Zelenska (47) bei einer Gedenkveranstaltung für ukrainische zivile Demonstranten und Polizeibeamte, die während der Majdan-Revolution 2014 getötet wurden
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▶︎ In seiner Rede beteuert er mit finsterer Entschlossenheit: „Wir haben die Ukraine damals nicht verraten, und wir werden es auch jetzt nicht tun.“ Doch Selenskyj steht nicht nur von außen unter Druck, auch im inneren Zirkel um den Präsidenten türmen sich die Probleme.
Ein Korruptionsskandal hat das Vertrauen in Selenskyjs Regierung tief erschüttert. Nach dem Auffliegen eines Schmiergeldkomplexes (im Zentrum: ein früherer Geschäftspartner Selenskyjs) mussten die Energieministerin und der Justizminister gehen. „Selenskyj verliert zwei Kriege gleichzeitig: einen auf dem Schlachtfeld und einen innerhalb der Ukraine“, ätzte der pro-russische Ex-Parlamentsabgeordnete Spiridon Kilinkarow laut der belarussischen Agentur Belta.
Kilinkarow ist Mitglied der Bewegung „Die andere Ukraine“ – und wähnt sich schon fast am Ziel: dem Ende von Selenskyjs Präsidentschaft und einer unabhängigen Ukraine.
Wie Selenskyjs Karten derzeit liegen, zeigt auch ein Detail nach Bekanntwerden des 28-Punkte-Plans: Der Ukraine-Präsident musste Einzelheiten ausgerechnet mit Trumps Vize JD Vance (41) besprechen. Dem Mann, der ihn bei seinem Besuch im Oval Office im Februar vor den Augen der Welt gedemütigt und ihm vorgeworfen hatte, den USA nicht dankbar genug zu sein.
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Apsny News


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