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Außenminister Wadephul: Zölle? „Beide Seiten würden verlieren“ | Politik
30.05.2025 - Cuma 02:26
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Mittwochabend, über dem Atlantik. Außenminister Johann Wadephul ist auf dem Rückweg von seinem Antrittsbesuch in den USA. Tagsüber war er bei seinem Amtskollegen Marco Rubio (54) in Washington D.C. im State Department (US-Außenministerium).
Im Konferenzbereich des
Kurze Zeit später, nach dem Gespräch, kommt die Eilmeldung: Ein US-Bundesgericht hat fast alle von Trump verhängten Zollaufschläge aufgehoben! Die Trump-Administration schäumt und legt umgehend Berufung ein.
▶︎ Was sagt Wadephul zum Urteil? Der Außenminister zu BILD: „Die USA sind ein Rechtsstaat. Die amerikanische Justiz arbeitet unabhängig. Wir respektieren das voll und ganz, deshalb will ich das gar nicht kommentieren. Klar bleibt unsere Überzeugung: Eine starke und erfolgreiche transatlantische Partnerschaft braucht auch in Zukunft starke Wirtschaftsbeziehungen. Neue Zoll-Schranken schaden dabei allen – Amerikanern und Europäern.“
Wadepuhl über …
▶︎ die Zölle, die in Europa oft spöttelnd erwähnt werden: „Es wäre ein Fehler, wenn man das unterschätzen würde. Aber man muss dem auch mit Selbstbewusstsein gegenübertreten. Das ist eine Sache, die gegenüber Donald Trump wichtig ist. Er ist ein Gegenüber, der weiß, was er will. Und die (Amerikaner, d. Red.) wissen auch, was sie können. Dann hat man eine gute Ausgangsposition, in Verhandlungen zu Ergebnissen zu kommen. Er ist ein Dealmaker – man darf sich nicht allzu schnell in sein Schicksal ergeben.“
▶︎ den Ernstfall, und ob die Zölle Europa oder die USA härter treffen würden: „Ich glaube, beide gleich stark. Das muss man ganz klar sagen, weil es einfach Dinge teurer macht. Und dann findet weniger Handel statt, dann gibt es weniger Wirtschaftswachstum. Und man muss natürlich auch für viele Dinge, die auf beiden Seiten des Atlantiks interessant sind, mehr Geld bezahlen. Es ist ein Lose-Lose-Game. Beide Seiten würden verlieren.“
Außenminister Wadephul im BILD-Interview: Zölle? „Beide Seiten würden verlieren“
▶︎ die Vorwürfe aus den USA, in Deutschland würde die Meinungsfreiheit eingeschränkt: „Das entspricht natürlich bei Weitem nicht der Realität in Deutschland, sondern wir sind eine ganz freiheitliche, offene Gesellschaft, in der alles gesagt werden kann. Und auch das Recht, das zu sagen, verteidigt wird und dass man demonstrieren und sich jeder in Sicht betätigen kann. In dem Gespräch, das ich mit Marco Rubio geführt habe, hat das keine Rolle gespielt.“
Muss Bundeskanzler Merz die Vorwürfe bei seinem anstehenden Besuch in den USA ansprechen?
Wadephul zu BILD: „Ach, aus meiner Sicht muss man das nicht überschätzen. Es werden ein paar Auseinandersetzungen in den USA geführt, die innenpolitisch motiviert sind, und die sich überhaupt nicht auf Deutschland übertragen lassen. Wir müssen auch nicht auf alles anspringen. Ich denke, wir haben genug eigene Probleme, wir haben auch genug Mechanismen, wie man so etwas regelt (…). Deswegen: cool bleiben. Lasst uns einfach unser eigenes Ding machen.“
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