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CSU-Vorsitzender Markus Söder (57) tritt auf, um die CSU zu schlagen. In einer bayerischen Großstadt wirbt der Ministerpräsident in einem bizarren Streit für Stimmen gegen seine eigene Partei.
Schauplatz: Erlangen, nordwestlich von Nürnberg. Einwohner: 116 000. Im Jahr 2020 holte die CSU bei der Stadtratswahl 30,3 Prozent, wurde stärkste Partei, stellt 15 Stadträte.
Die fordern ihren Vorsitzenden heraus.
Anlass ist der geplante Bau einer Straßenbahn mit dem umständlichen Namen „Stadt-Umland-Bahn“, kurz StUB. Geschätzte Kosten 730 Millionen Euro. Länge: 26 Kilometer.
Die „Stadt-Umland-Bahn“ soll Nürnberg mit den benachbarten Zentren von Erlangen und Herzogenaurach verbinden
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Die Strecke beginnt in Nürnberg, Söders Heimatstadt, führt nach Erlangen mit Siemens-Werken und Universität, endet in Herzogenaurach (Adidas). Alle Parteien von der CSU bis zu den Grünen in Nürnberg sind Feuer und Flamme für das Projekt. In Erlangen unterstützen SPD und Grüne die Bahn. Söder will sie ebenfalls. Anfang April nannte er die Bahn ein „großes und wichtiges Projekt für die Region“.
Er hat gute Gründe dafür. Siemens versprach ihm, Millionen in den Standort Erlangen zu investieren – aber nur wenn die Bahn kommt.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (M.) und Innenminister Joachim Herrmann (r.) machen Werbung für eine Bahn, die ihre eigene Partei ablehnt
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Eigentlich sollte das „a gmahde Wiesn“ sein, wie man in Bayern sagt. Also eine glatt gemähter Rasen auf dem es keine Hindernisse gibt. Doch mitten auf dem Feld steht die Erlanger CSU. Sie will die Bahn blockieren.
Die Kreis-Partei argumentiert, wie viele Bürgerinitiativen: Kann man machen, aber nicht bei uns. Wörtlich: „Wir erkennen die Vorzüge eines derartigen ÖPNV–Systems durchaus an. Wir sind allerdings der Meinung, dass ein solches System nicht in die Erlanger Innenstadt passt.“ Ihr Aufruf: „Nein zu dieser StUB!“
Am 9. Juni soll ein Bürgerentscheid stattfinden. Das Projekt droht zu scheitern oder mindestens um Jahre verzögert zu werden.
[–>Einzige Möglichkeit: Markus Söder sorgt dafür, dass seine eigene CSU bei der Abstimmung so schlecht abschneidet wie möglich. Und er tut es. CSU-Chef Söder organisierte einen Anti-CSU-Gipfel und bot seine ganze Macht auf. Joachim Herrmann (67, CSU), bayerischer Innenminister und Abgeordneter für Erlangen, erschien. Vertreter von Siemens. Vertreter der Universität. Alle, die Rang und Namen in der Stadt haben.
Söder rief deutlich auf: „Die ‘StUB’ ist dafür notwendig und sollte unbedingt kommen. Erlangen hat die Chance, sich zu Zukunft und Lebensqualität zu bekennen.“
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Apsny News


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