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DDR-Altlasten bei den neuen Parteien : So viel SED steckt in BSW und AfD | Politik
17.08.2024 - Cumartesi 14:31
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Sie wollen als „neue“ Parteien die Politik aufmischen. Tragen dabei selbst aber „Altlasten“. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) führt auf ihren Kandidaten-Listen für die anstehenden Landtagswahlen zahlreiche frühere SED-Mitglieder. Und auch die AfD hat „Altlasten“. BILD hat den Check gemacht.
Das BSW kann bei den Wahlen in Thüringen und Sachsen mit 15 bis 20 Prozent der Stimmen rechnen und damit aus dem Stand in Regierungsverantwortung kommen. Aber: Gegründet wurde die Wagenknecht-Partei ja nach einer Spaltung der Partei Die Linke, der Nachfolgerin der PDS. Diese wiederum war die Nachfolgerin der DDR-Staatspartei SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands).
BSW-Namensgeberin Wagenknecht (heute 55 Jahre alt) war noch im Sommer ‘89 – deutlich vor dem Mauerfall – mit gerade einmal 20 Jahren demonstrativ in die SED eingetreten, „um den Sozialismus umzugestalten“ und vor „Opportunisten zu retten“, wie sie später sagte. Diese Rechnung ging bekanntermaßen nicht auf.
Parteikarriere bei der in „PDS“ umbenannten SED machte Wagenknecht trotzdem, wurde Sprecherin der „Kommunistischen Plattform“ – einer Gruppe innerhalb der PDS, die vom Verfassungsschutz beobachtet wurde.
Doch Wagenknecht ist nicht die einzige BSW-Politikerin mit SED-Vergangenheit.
▶︎ Uta Knebel (58), Listenplatz 6 in Sachsen und damit so gut wie sicher im nächsten Landtag, trat noch in den 80er-Jahren in die SED ein.
Früher SED, jetzt BSW: Uta Knebel aus Riesa steht auf Listenplatz 6 der sächsischen Landesliste
▶︎ Unter den 32 Listenkandidaten in Thüringen finden sich sogar fünf frühere SED-Genossen. Darunter: Rainer Kräuter (60 Jahre alt, Listenplatz 27), früher Berufsoffizier bei Grenztruppen, Volkspolizei und bei Nationaler Volksarmee. Tilo Kummer (56, Listenplatz 8) diente freiwillig drei Jahre im Stasi-Wachregiment „Feliks Dzierzynski“.
Heidi Bohley (74), Schwägerin von DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley (†65) warnt: „Natürlich ist das BSW nicht die SED, aber was Sahra Wagenknecht betrifft, so hat sie die kommunistische Idee nie aufgegeben und findet sie immer noch erstrebenswert. Sie hat das Ende der DDR bedauert, das sollte man nicht vergessen.“
SED- und Stasi-Altlasten auch bei der AfD
Und auch bei der AfD, die ihre Konkurrenz gerne verächtlich als „Altparteien“ schmäht, finden sich DDR-Altlasten.
▶︎ Ulrich Oehme (64) aus Chemnitz kandidiert aussichtsreich in Nordsachsen für den Landtag. Er gilt selbst im vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften sächsischen AfD-Landesverband noch als weit rechts. Doch von 1981 bis zur Wende war er SED-Mitglied.
Von 1981 bis 1989 SED-Mitglied: AfD-Kandidat Ulrich Oehme
► Detlev Spangenberg (80), bis 2021 für die AfD im Bundestag, spitzelte während seines Wehrdienstes bei der NVA von 1964 bis 1967 für die Stasi.
► Der Thüringer AfD-Bundestagsabgeordnete René Bochmann (55) war von 1987 bis 1990 Mitglied der SED.
Vor den anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland lässt auch bei den angeblich so „neuen“ Parteien also auch die Vergangenheit grüßen.
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