Israels Bodenoffensive im Libanon: Hisbollah ist geschwächt, aber nicht besiegt | Politik

01.10.2024 - Salı 06:49

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Die israelische Armee kämpft zurzeit mindestens an zwei Fronten mit ihren ärgsten Feinden: An der Südgrenze haben es die Streitkräfte mit den palästinensischen Hamas-Terroristen zu tun, an der Nordgrenze mit der libanesischen Terror-Armee Hisbollah.

Jetzt geht Israel auch im Libanon in die Offensive und startet nach einer Serie erfolgreicher Luftangriffe auf Hisbollah-Führer einen Bodeneinsatz gegen die Terroristen.

Israelische Panzer nahe der libanesischen Grenze. Sie sind bereit, gegen die Hisbollah-Terroristen in den Kampf zu ziehen

Israelische Panzer nahe der libanesischen Grenze. Sie sind bereit, gegen die Hisbollah-Terroristen in den Kampf zu ziehen

Foto: Getty Images

Es ist ein hochkomplexer Zwei-Fronten-Krieg. Doch Israel ist zuletzt ein erfolgreicher Schlag nach dem anderen gegen die Terroristen gelungen, es dominiert seine Feinde. Jüngster Höhepunkt: die Tötung von Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah (Samstag).

War die Tötung des Terror-Fürsten nun der Todesstoß für die Hisbollah?

Klar ist: Israel hat die Terror-Organisation in den vergangenen Wochen empfindlich geschwächt. Erst gelang es dem Geheimdienst Mossad, Tausende von den Terroristen genutzte sogenannte Piepser in die Luft zu sprengen. Dabei starben Dutzende Terroristen, rund 2800 Hisbollah-Mitglieder wurden verletzt. Dann setzte Israel mit Luftschlägen nach, schaltete fast die gesamte Führung aus.

Hisbollah-Kämpfer tragen ihre getöteten Terror-Anführer zu Grabe

Hisbollah-Kämpfer tragen ihre getöteten Terror-Anführer zu Grabe

Foto: AP

„Führungsspitze durch Luftschläge ausradiert“

Fabian Hinz, Militäranalyst beim Internationalen Institut für strategische Studien (IISS, London) nennt das einen „extrem schweren Schlag“ für die Terroristen. Deren Kampfkraft sei „empfindlich getroffen“. Die Miliz sei kaum noch in der Lage, Angriffe gegen Israel auszuführen, sagt Hinz zu BILD. „Die Führungsspitze wurde durch Luftschläge ausradiert.“

Terror-Chef Nasrallah hat viel Blut an seinen Händen kleben - die israelische Führung konnten ihn aufspüren und ausschalten

Terror-Chef Nasrallah hatte viel Blut an seinen Händen. Israels Führung konnte ihn aufspüren und töten

Foto: AMMAR AMMAR/AFP

„Besiegt ist die Hisbollah noch nicht“

„Besiegt ist die Hisbollah aber noch nicht“, warnt Hinz. Das sehen die israelischen Streitkräfte offenbar auch so: Zurzeit setzen Spezialeinheiten nach – sie könnten eine größere Bodenoffensive vorbereiten.

Aber: „Israel hat sehr viele Kämpfer durch die Piepser-Attacke kampfunfähig gemacht“, führt Hinz weiter aus. Dadurch sei die Hisbollah ins Chaos gestürzt worden, schließlich wurde die gesamte Kommunikation zerstört.

▶ Auch im Gaza-Streifen sind die israelischen Streitkräfte seit dem Massaker am 7. Oktober 2023, also nun fast ein Jahr, heftig gegen die sunnitische Miliz Hamas vorgegangen. Erfolge: Israel zufolge wurden dort große Teile des Hamas-Tunnelsystems zerstört, Tausende Terroristen ausgeschaltet – darunter auch zahlreiche Anführer.

Hamas hat keine Raketen mehr

Im Kampf gegen die Terror-Miliz Hamas attestiert der Militärexperte einen durchschlagenden Erfolg, aber keinen vollständigen Sieg für Israel, wie die Regierung ihn anstrebte: „Das Raketenarsenal der Hamas ist fast komplett verbraucht oder zerstört. Die Produktionsanlagen auch.“ Die Hamas bräuchte sehr lange, sich davon zu erholen.

Wie alles begann! Am 7. Oktober ermordeten Hamas-Islamisten rund 1200 Menschen. Ganze Siedlungen wurden vernichtet. Daraufhin begann Israel mit einer Militär-Operation im Gaza-Streifen gegen die Hamas

Am 7. Oktober ermordeten Hamas-Islamisten rund 1200 Menschen in Israel. Ganze Siedlungen wurden vernichtet. Daraufhin begann Israel mit einer Militäroperation im Gaza-Streifen gegen die Hamas

Foto: Ilia Yefimovich/dpa

Experte Hinz sagt aber auch: Eine Stärke der Hamas sei, dass sie nicht so sehr von der Strahlkraft einzelner Führungsfiguren abhängig sei: „Das Kollektiv zählt mehr.“

Heißt: Die Hamas kann tote Anführer verkraften, sie auch schneller ersetzen als die Hisbollah.

Fazit: Obwohl Israel den Krieg noch nicht gewonnen hat, ist es den Israelis rund ein Jahr nach dem traumatischen Überfall der Hamas auf das Land gelungen, mit ihren gezielten Militärschlägen die Milizen schwer in die Defensive zu bringen. Das ist bereits ein wichtiger Etappen-Sieg gegen die Terroristen.

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