Job und Arbeit: Union und SPD wollen Acht-Stunden-Tag abschaffen | Politik

16.04.2025 - Çarşamba 02:32

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Lieber drei Tage ganz lange schuften – und dafür die restlichen zwei Tage frei machen … Das soll bald möglich sein, zumindest theoretisch.

▶︎ Union und SPD wollen die bislang geltende Höchstarbeitszeit von acht Stunden täglich streichen und durch eine wöchentliche Maximal-Stundenzahl ersetzen. So sollen Arbeitnehmer mehr Flexibilität bekommen, Job und Familie besser vereinbar werden. Experten loben das Vorhaben – warnen aber auch vor Risiken!

„Arbeitnehmer gewinnen zusätzliche Freiheit. Das ist grundsätzlich positiv“, sagt Arbeitsmarkt-Experte Enzo Weber (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) über die geplante Maßnahme. Ob sie letztlich aber wirklich den Arbeitsalltag erleichtert, sei von der Umsetzung abhängig. „Wichtig ist, dass Arbeitgeber die Gesundheit ihrer Mitarbeiter gut im Blick behalten.“

Bislang gilt eine tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden. Nur in Ausnahmefällen darf sie auf zehn Stunden erhöht werden. Das will die neue schwarz-rote Regierung ändern. Statt täglicher Höchstarbeitszeit soll ein wöchentliches Maximum gelten.

Arbeitsmarkt-Experte Enzo Weber (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) mahnt mit Blick auf die geplante Maßnahme: „Wichtig ist, dass Arbeitgeber die Gesundheit ihrer Mitarbeiter gut im Blick behalten“

Arbeitsmarkt-Experte Enzo Weber (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) mahnt mit Blick auf die geplante Maßnahme: „Wichtig ist, dass Arbeitgeber die Gesundheit ihrer Mitarbeiter gut im Blick behalten“

Foto: Michael Bode

► So könnte ein Arbeitnehmer bei einer 40-Stunden-Woche künftig bspw. von Montag bis Donnerstag zehn statt acht Stunden pro Tag arbeiten – und dafür Freitag bis Sonntag freinehmen. „In diesem Fall hätte der Arbeitnehmer zwar längere Arbeitstage, aber könnte auch von längeren freien Blöcken profitieren“, erklärt Arbeitsrechtsexpertin Livia Merla.

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Foto: Bild Visual

Experten warnen vor 3-Tage-Woche

Auch eine 3-Tage-Woche sei durchaus denkbar, sagt die Fachanwältin. ABER: „Auch wenn wir keine täglichen Höchstarbeitszeiten mehr in Zukunft haben sollten, muss die Arbeit effektiv bleiben, d.h. zu viele Stunden pro Tag dürften kontraproduktiv sein.“

Arbeitsmarkt-Experte Weber sieht das ähnlich: „Es sollte nicht Sinn der Sache sein, dass Arbeitnehmer künftig standardmäßig weit über zehn Stunden pro Tag arbeiten. Studien zeigen, dass das der Leistung und Gesundheit schadet.“

Er warnt sogar vor den Schattenseiten einer flexibleren Arbeitswoche: Die neue Regelung könnte insgesamt zu einer höheren Arbeitsbelastung führen!

DENN: „Natürlich kann man theoretisch an einem anderen Tag verkürzen“, sagt Weber. „Ob das in der Praxis aber immer so klappt, kann man bezweifeln.“

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