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Sie schlugen im Dunkeln zu: Laut der estnischen Regierung hat Russland in der Nacht zu Donnerstag erneut an der Grenze zu dem Nato-Land provoziert.
Russische Beamte sollen 24 von 50 Leuchtbojen aus dem Grenzfluss Narva gestohlen haben, die Estland dort platziert hatte. Grund: So sollte das Fahrwasser markiert werden, außerdem Navigationsfehler und unbeabsichtigte Grenzübertritte etwa von Fischern nach Russland vermieden werden.
Die Aufstellung der Bojen und deren Standorte waren den Angaben aus Estland zufolge bereits vor Jahren bilateral vereinbart worden. Doch nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine habe sich Russland quergestellt: Mit den Standorten von vielen Markierungen sei der Kreml plötzlich nicht mehr einverstanden gewesen – darunter waren auch einige der jetzt gestohlenen Bojen.
Estland ließ Situation nicht eskalieren
Estlands Grenzschutz-Chef Egert Belitsev sprach von einem „weiteren Akt der Provokation seitens Russlands“. „Wir sind davon überzeugt, dass sich die Bojen dort befanden, wo sie sein sollten“, sagte er laut einem Bericht des estnischen Rundfunks.
Dennoch habe der estnische Grenzschutz das Entfernen der Bojen nicht aktiv verhindert, um die Situation nicht eskalieren zu lassen. „Wir nutzen diplomatische Mittel, um mit solchen Situationen umzugehen“, sagte er.
Estlands Regierungschefin Kaja Kallas (46) sprach von einem Grenzvorfall, dessen genaue Umstände aufgeklärt werden müssten. „Wir werden diesen Fall nüchtern und ausgewogen angehen und bei Bedarf mit Verbündeten kommunizieren. Wir sehen ein breiteres Muster, bei dem Russland versucht, mit seinem Vorgehen Angst zu säen“, sagte sie.
Estlands Regierungschefin Kaja Kallas (46)
Russland will Hoheitsgewässer in Ostsee erweitern
Der Vorfall ist auch deshalb brisant, weil erst in den vergangenen Tagen bekannt wurde, dass Russland eigenmächtig seine Seegrenze in der Ostsee verschieben will. Über einen entsprechenden Beschluss des Verteidigungsministeriums berichtete die russische Zeitung „Moscow Times“. Betroffen sind Gebiete in der Nähe der Staatsgrenzen zu Litauen und Finnland.
Die Entfernung der Bojen unmittelbar danach sollte offenbar ein weiteres Nato-Land verunsichern.
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Apsny News


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