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Brasília – Er war einst das Staatsoberhaupt Brasiliens – jetzt steht Jair Bolsonaro alias „Tropen-Trump“ unter nächtlichem Hausarrest und trägt eine elektronische Fußfessel. Der Oberste Gerichtshof des Landes hat gegen den 70-Jährigen drastische Maßnahmen verhängt. Die Vorwürfe: Nötigung, Behinderung der Justiz und ein Angriff auf die nationale Souveränität.
Am 24. Juli 2025 nahm Bolsonaro an einem evangelikalen Gottesdienst in der „Catedral da Bênção“ in Taguatinga (Brasília) teil. Ein Video, das unter anderem von CNN Brasil geteilt wurde, zeigt Bolsonaro während der Zeremonie in Tränen aufgelöst.
Richter Alexandre de Moraes ordnete die Auflagen persönlich an. Zusätzlich zur Fußfessel und Hausarrest darf Bolsonaro keinerlei Aktivitäten in sozialen Netzwerken entfalten. Die Bundespolizei setzte die Maßnahmen direkt in Bolsonaros Wohnhaus in Brasília um – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Hintergrund der Entscheidung sind Berichte, dass Bolsonaro eine Flucht in die USA vorbereitet haben soll, um sich dem laufenden Verfahren zu entziehen.
Zeigt deutlich auf seine Fußfessel: Jair Bolsonaro (70)
Der Ex-Präsident selbst bestreitet die Vorwürfe entschieden. „Ich habe nie daran gedacht, Brasilien zu verlassen“, erklärte er. Die Maßnahmen nennt er eine „höchste Demütigung“. Seine Anwälte sprachen von „Überraschung und Empörung“ und betonten, Bolsonaro habe stets alle gerichtlichen Anordnungen befolgt.
Der Ex-Präsident zeigt auf seine Fessel
Anklage wegen versuchten Staatsstreichs
Der Prozess gegen Bolsonaro befindet sich mittlerweile in der heißen Phase. Die Anklage wirft ihm vor, nach seiner Wahlniederlage 2022 einen Umsturz gegen die neue Regierung Lula da Silvas geplant zu haben. Laut Oberstem Gerichtshof war Bolsonaro Hauptakteur bei dem Versuch, die demokratische Ordnung zu zerstören – der „gravierendsten Handlung gegen die Verfassung seit der Rückkehr zur Demokratie“.
Am 8. Januar 2023 stürmten tausende Bolsonaro-Anhänger den Kongress, das Oberste Gericht und den Präsidentenpalast in Brasília – nur eine Woche nach Lulas Amtsantritt. Die Bilder gingen um die Welt, Erinnerungen an den Sturm auf das US-Kapitol 2021 wurden wach.
Der Ex-Präsident kniet völlig fertig bei einem Gottesdienst, vergräbt sein Gesicht in seinen Händen
Trump verteidigt Bolsonaro – Zölle gegen Brasilien
Unterstützung kommt aus Washington: US-Präsident Donald Trump verteidigte Bolsonaro erneut öffentlich. In einem Brief forderte er die „sofortige Beendigung des Prozesses“ und kündigte 50 Prozent Zoll auf brasilianische Importe an – ab dem 1. August. Es sei eine Reaktion auf das juristische Vorgehen gegen Bolsonaro, so Trump.
Zusätzlich wurden die Visa der brasilianischen Verfassungsrichter von der US-Regierung ausgesetzt – ein klarer diplomatischer Affront, der das Verhältnis zwischen den beiden Ländern weiter belastet. Brasiliens Präsident Lula reagierte wütend: „Wir werden nicht zulassen, dass externe Akteure unsere Justiz unter Druck setzen.“
2020: Brasiliens damaliger Präsident Jair Bolsonaro (rechts) mit US-Präsident Donald Trump während eines Abendessens in Mar-a-Lago, Palm Beach
Comeback-Hoffnungen trotz politischem Aus
Trotz aller juristischen Rückschläge gibt sich Bolsonaro kämpferisch. Er träumt von einem politischen Comeback – wie sein politisches Vorbild Trump. Doch das brasilianische Wahlgericht hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht: Bis 2030 ist er von allen politischen Ämtern ausgeschlossen, weil er ohne Beweise Zweifel am Wahlsystem säte. Da wäre Bolsonaro 75 Jahre alt – drei Jahre jünger als Trump beim Amtsantritt seiner zweiten Amtszeit.
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Apsny News


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