„Trinkwasser reicht nur noch zwei Wochen“: Verdurstet jetzt der Iran? | Politik

08.11.2025 - Cumartesi 22:54

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Teheran – Es sind dramatische Wochen und Monate im Iran: Die Wasserknappheit aufgrund einer Dürre erreicht aktuell katastrophale Ausmaße, die so weit gehen, dass Präsident Masoud Pezeshkian (71) mittlerweile davor warnt, unter Umständen die Hauptstadt evakuieren zu müssen.

„Wenn es bis Ende November in Teheran nicht regnet, müssen wir Wasser rationieren. Und wenn es dann immer noch nicht regnet, müssen wir Teheran evakuieren“, sagte Pezeshkian am Freitag.

Fotos: X

▶︎ Die Haupttrinkwasserquelle für die Einwohner der iranischen Hauptstadt Teheran, die Amir-Kabir-Talsperre, „fasst nur noch 14 Millionen Kubikmeter Wasser, was acht Prozent seiner Kapazität entspricht“, teilte Direktor des Wasserunternehmens der Hauptstadt, Behzad Parsa, mit.

Bei diesem Stand könne Teheran nur noch „zwei Wochen lang“ mit Wasser versorgt werden, warnte er.

Eingefärbte Satellitenbilder zeigen den dramatischen Rückgang des Wassers von September 2020 (gelb) bis November 2025 (blau).

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Die Hauptstadt mit mehr als 10 Millionen Einwohnern verbraucht täglich rund drei Millionen Kubikmeter Wasser. Als Wassersparmaßnahme wurde Berichten zufolge in den letzten Tagen die Versorgung mehrerer Stadtteile unterbrochen, während es in diesem Sommer bereits immer wieder zu Ausfällen kam.

Keine Anzeichen für Kursänderung beim Regime

Die katastrophale Wassersituation kommt zu einem Zeitpunkt, an dem „der Iran sich mit Sanktionen des Westens und einer Schwächung seines Netzwerks aus Stellvertretern im Nahen Osten konfrontiert sieht“, so Nahost-Experte Seth Frantzman.

Und weiter: „Es ist wahrscheinlich, dass die einfache Bevölkerung erneut unter der Tatsache leiden wird, dass das iranische Regime seine finanziellen Mittel für Stellvertreter, Milizen und Raketen verschwendet hat – anstatt in die heimische Infrastruktur zu investieren.“

Das Center for Middle East and Global Order (CMEG) hat sich in ihrem „Iran and Regional (In-)Stability & Security Briefing“ (IRIS) zuletzt ebenfalls mit der Wasserkrise im Iran beschäftigt. Brisant sei vor allem, dass die Krise über die Staudämme hinausreiche „und auch die zusammenbrechenden Feuchtgebiete und erschöpften Grundwasserleiter des Landes betrifft“.

Es gebe zudem keinerlei Anzeichen dafür, „dass die iranische Führung beabsichtigt, ihren Kurs zu ändern,“ deshalb werde sich die Situation weiter verschlechtern.

Und, so schreiben die Experten in ihrem Briefing: „Wie schon im letzten Jahrzehnt hat die ökologische Krise häufig zu politischen Protesten gegen das Regime und seine Behörden geführt.“

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